Industriekaufmann/-frau

Kurzportrait

Der Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die dreijährige Ausbildung findet im Rahmen des dualen Systems im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich.

Der Industriekaufmann/die Industriekauffrau ist in Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen tätig, die zunehmend nicht nur Produkte herstellen, sondern auch ergänzende und eigenständige Dienst- und Serviceleistungen anbieten. Industriekaufleute verfügen über ein breites, nicht nur auf die industrielle Fertigung bezogenes kaufmännisches Grundwissen, insbesondere auch im Bereich der Kundenberatung, Kundenbetreuung und Projektabwicklung. Zu ihren Einsatzgebieten gehören die Funktionsbereiche Materialwirtschaft, Produktionswirtschaft, Personalwesen, Absatzwirtschaft, Marketing, Rechnungswesen und Controlling. Sie unterstützen sämtliche Unternehmensprozesse aus betriebswirtschaftlicher Sicht von der Auftragsanbahnung bis zum Kundenservice nach der Auftragsrealisierung.

Weitergehende Informationen zu Ausbildung, Ausbildungsordnung, Zwischen- und Abschlussprüfung, Rahmenlehrplänen der Berufsschule, rechtlichen Regelungen sowie beruflichen Tätigkeiten mit Zahlen, Daten und Fakten finden Sie weiter unten auf dieser Seite sowie auf den folgenden Internetseiten der Arbeitsagentur oder der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes:

http://www.arbeitsagentur.de/Industriekaufmann-/frau

http://www.ihk-saarland.de/

 

Unterrichtsorganisation

Der Unterricht erfolgt an 2 Berufsschultagen in der Woche zu je 6 Unterrichtsstunden.

 

Stundentafel

Schulhalbjahre 1 2 3 4 5 6  
Berufsübergreifender Bereich              
Fremdsprache
– Kaufmännische Korrespondenz mit Textverarbeitung
– Verhandlungstechniken
1 1 1 1 2 2 160
Sozialkunde 1 1 1 1 80
Sport 1 1 1 1 80
Deutsch
– Lernstrategien und Arbeitstechniken
– Kaufmännische Korrespondenz mit Textverarbeitung
– Verhandlungstechniken
– Kommunikationsregeln
1 1 1 1 80
Religion 1 1 1 1 1 1 120
Summe 4 4 5 5 4 4  
Berufsbezogener Bereich              

Wirtschaftslehre (160 Planstunden)
LF 1: In Ausbildung und Beruf orientieren (40)
LF 12: Unternehmensstrategien, -projekte umsetzen (80)
LF 9: Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen
Zusammenhang einordnen (40) (in enger Abstimmung mit SOK)
Projektarbeit: Powerpoint und Grafik
Projektarbeit: Intranet und Internet

2(1) 2(1) 1 1 1 1 160
Industriebetriebslehre (Kernprozesse) (340 Planstunden ohne Sprache)
LF 2: marktorientierte Geschäftsprozesse (60)
LF 6: Beschaffungsprozesse (80)
LF 5: Leistungserstellungsprozesse (80)
LF 10: Absatzprozesse (160 – 40 Sprache)
Projektarbeit: Prozessvisualisierung
Projektarbeit: Tabellenkalkulation mit Excel
Projektarbeit: DV-gestützte PPS
Projektarbeit: Datenbanken mit ACCESS
2(1) 2(1) 3(1) 3(1) 4(1) 4(1) 360
Industriebetriebslehre (Personal- undFinanzbereich) (120 Planstunden)
LF 7: Personalwirtschaft (80)
LF 11: Investitions- und Finanzierungsprozesse (40)
Moderations- und Präsentationstechniken
2 2 1 1 1 1 160
Rechnungswesen und Controlling (220 Planstunden)
LF 3: Werteströme erfassen und dokumentieren (60)
LF 4: Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen (80)
LF 8: Jahresabschluss analysieren und bewerten (80)
Projektarbeit: Tabellenkalkulation mit EXCEL, Projektarbeit: DV-gestützte Finanzbuchhaltung
2 2 2(1) 2(1) 2 2 240
Summe 8 8 7 7 8 8  
Wochenstunden 12 12 12 12 12 12  

 

Zusatzqualifikation Fremdsprache

Für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Vorkenntnissen in Englisch oder Französisch besteht die Möglichkeit, über einen zusätzlichen Fremdsprachenunterricht mit dem Schwerpunkt Wirtschaftssprache eine berufliche Zusatzqualifikation zu erwerben. Bei Teilnahme an diesem Zusatzunterricht kann im Rahmen der „normalen“ Ausbildungsabschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes eine Zusatzprüfung in Englisch oder Französisch abgelegt werden über die von der IHK ein gesondertes Zeugnis ausgestellt wird.

 

Lerninhalte Berufsschule

Der Rahmenlehrplan für die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau ist mit der Verordnung über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau vom 23.07.2002 (BGBl. I S. 2764) abgestimmt.

Die Lernfelder des für die Berufsschule geltenden Rahmenlehrplans orientieren sich an typischen Geschäftsprozessen eines Industrieunternehmens. Als wesentlicher Kernprozess wird dabei die Auftragsabwicklung betrachtet, aus der heraus sich unterstützende Prozesse mit Schnittstellen zu weiteren Kernprozessen ergeben. Die Orientierung an Geschäftsprozessen wird ergänzt durch die Berücksichtigung der vielfältigen Systemverflechtungen zwischen Märkten, Gesamtwirtschaft und Gesellschaft. Die Zielformulierungen sind im Sinne des Grundsatzes der Nachhaltigkeit ökologischer, sozialer und ökonomischer Entwicklung formuliert. Eine ganzheitliche Sichtweise auf komplexe Problemstellungen und die Erarbeitung zukunftsverträglicher Lösungen wird daher neben der Orientierung an Geschäftsprozessen berücksichtigt.

Anliegen aller Lernfelder ist neben der Vermittlung von Fachkompetenz die Förderung von Methoden- und Lernkompetenz sowie sozialer Kompetenz. Der Umgang mit aktuellen Medien und integrierten Informationssystemen zur Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -auswertung ist ebenfalls Bestandteil aller Lernfelder. Die Vermittlung von fremdsprachlichen Qualifikationen gemäß Ausbildungsordnung zur Entwicklung entsprechender Kommunikationsfähigkeit ist in die Lernfelder integriert.

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/Industriekauffrau
Lernfelder Zeitrichtwerte
Nr.   1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
1 In Ausbildung und Beruf orientieren 40    
2 Marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen 60    
3 Werteströme erfassen und dokumentieren 60    
4 Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen 80    
5 Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren 80    
6 Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren   80  
7 Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen   80  
8 Jahresabschluss analysieren und bewerten   80  
9 Das Unternehmen im regionalen Wirtschaftszusammenhang einordnen   40  
10 Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren     160
11 Investitions- und Finanzierungsprozesse planen     60
12 Wirtschaftpolitische Steuerungsmöglichkeiten aufzeigen     60
  Summe (insgesamt 880) 320 280

280

 

Prüfungen

Es gilt die übliche Abfolge Zwischenprüfung – Abschlussprüfung, jedoch wird die Abschlussprüfung zur Annäherung an die Struktur der Ausbildung zeitlich versetzt durchgeführt. Durch diese „gedehnte Abschlussprüfung“ erhalten die Ausbildungsbeteiligten einen längeren Zeitraum, in dem sie sich auf die  praktische Prüfung im betrieblichen Einsatzgebiet konzentrieren können.

 Zwischenprüfung

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes legen die Auszubildenden während der Ausbildung eine Zwischenprüfung ab, deren Ergebnis nicht in das Ergebnis der Abschluss-prüfung eingeht. Die Zwischenprüfung soll in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres durchgeführt werden. Sie findet im März bzw. Oktober statt, um den unterschiedlichen Anforderungen bei verkürzten Ausbildungsverhältnissen gerecht zu werden. Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf betriebliche und schulische Inhalte des ersten Aus-bildungsjahres. Sie dauert höchstes 90 Minuten und umfasst praxisbezogene Aufgaben oder Fälle aus den Prüfungsbereichen

  • Beschaffung und Bevorratung,
  • Produkte und Dienstleistungen,
  • Kosten- und Leistungsrechnung.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf alle nach Ausbildungsordnung und Rahmenlehrplan zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse. Sie besteht aus vier Prüfungsbereichen:

  • Geschäftsprozesse
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Einsatzgebiet

Die Prüfung in den ersten drei Bereichen wird schriftlich, im Bereich Einsatzgebiet praktisch (und mündlich) durchgeführt.

  • Schriftliche Abschlussprüfung

Auszubildende, die ihre Abschlussprüfung im Sommer ablegen, absolvieren den schriftlichen Teil im Mai; für Teilnehmer/-innen der Winterprüfung findet die schriftliche Prüfung im November statt.

  • Praktische Abschlussprüfung

Die praktische Abschlussprüfung (Prüfungsbereich Einsatzgebiet) wird am Ende der Ausbildung abgelegt: zum Sommertermin im Juni bzw. Juli, zum Wintertermin im Januar. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Auszubildende in dem vom Betrieb festgelegten Einsatzgebiet, welches besondere Berücksichtigung in der praktischen Prüfung findet.

Im Prüfungsbereich Einsatzgebiet soll der Auszubildende in einer Präsentation und einem Fachgespräch die Beherrschung komplexer Fachaufgaben und ganzheitlicher Geschäftsprozesse sowie seine Problemlösungsfähigkeit in der Praxis nachweisen. Gegenstand der Präsentation und des Gesprächs ist eine Fachaufgabe, die der Auszubildende in seinem Einsatzgebiet selbstständig durchgeführt hat. Die Fachaufgabe im Einsatzgebiet ist vor der Durchführung dem Prüfungsausschuss zur Genehmigung vorzulegen, d. h. der Prüfungsausschuss entscheidet, ob die beantragte Fachaufgabe für die Prüfung geeignet ist. Erst nach der Genehmigung darf der Auszubildende mit der Durchführung dieser prüfungsrelevanten Fachaufgabe beginnen. Der Prüfling erstellt hierzu einen höchstens fünfseitigen Report (zzgl. Anlagen mit betriebsüblichen Unterlagen) als Basis für die Präsentation und das Fachgespräch. Der Report wird nicht bewertet. Er dient lediglich zur Information des Prüfungsausschusses und wird diesem rechtzeitig vor Durchführung der Prüfung zur Verfügung gestellt.

Prüfung Zwischenprüfung Abschlussprüfung
Prüfungsstruktur schriftlich schriftlich praktisch
Sommerprüfung März Mai Juni/Juli
Winterprüfung Oktober November Januar
Prüfungsdauer 90 Minuten 330 Minuten 30 Minuten

Prüfungs-bereich/

Bearbeitungs-zeit/

Aufgaben-struktur

Beschaffung und Bevorratung· Produkte und Dienstleistungen· Kosten- und Leistungsrechnung

Geschäftsprozesse (180 Minuten): Situationsaufgaben und Fallbeispiele aus den Gebieten· Marketing und Absatz,· Beschaffung und Bevorratung,· Personal· Leistungserstellung

Kaufm. Steuerung und Kontrolle (90 Minuten): Bis zu 4 praxisbezogene Aufgaben aus dem Bereich Leistungs-abrechnung unter Berücksichtigung des Controlling

Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten): Praxisbezogene Aufgaben über wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt

Einsatzgebiet (30 Minuten):

Präsentation (10 – 15 Minuten) und· Fachgespräch über eine selbstständig durchgeführte Fachaufgabe im Einsatzgebiet (Basis: unbewerteter Report von max. 5 Seiten zzgl. Anlagen)

Gewichtung   70 % (40 + 20 + 10) 30 %

 

Rechtsgrundlagen

  • Verordnung über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau vom 23. Juli 2002

          (Bundesgesetzblatt Jahrgang 2002 Teil I Nr.51, S.2764 ff, ausgegeben zu Bonn am 26. Juli 2002).

  • Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/Industriekauffrau

         (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 14.06.2002)

 

Ausbildungsbetriebe

Die Auflistung der Ausbildungsbetriebe hat zweierlei Gründe:

  • Wir danken damit allen Betrieben für ihre Bereitschaft, in einem anerkannten Ausbildungsberuf auszubilden und werben somit indirekt für unsere Ausbildungsbetriebe.
  • Interessenten für den jeweiligen Ausbildungsberuf erhalten bereits eine kurze Übersicht über Betriebe unserer Region, die zur Zeit im entsprechenden Berufsbild ausbilden.

Diese Liste wird deshalb auch künftig – das Einverständnis des jeweiligen Betriebes vorausgesetzt – Links zu den Ausbildungsbetrieben und E-Mail-Adressen der Ausbildungsleiter enthalten, sodass Interessenten sich direkt an die Betriebe wenden können.

AG der Dillinger Hüttenwerke, 66763 Dillingen Ludwig Schokolade GmbH, 66740 Saarlouis
AIR-LB GmbH, 66740 Saarlouis Malberg GmbH, 66740 Saarlouis
Anton Bauer GmbH & Co KG, 66763 Dillingen MEBASA-Uwe Jung GmbH, 66773 Schwalbach
B. Paulus GmbH, 66663 Merzig Meguin GmbH Mineralölwerke, 66740 Saarlouis
Bartz-Werke GmbH, 66763 Dillingen Nedchroet Holding GmbH, 66740 Saarlouis
Chamberlain, 66793 Saarwellingen Polstermöbelfabrik Flasche & Söhne, 66780 Rehlingen-Siersburg
Dillinger Fabrik gelochter Bleche GmbH, 66763 Dillingen Saarstahl AG, 66333 Völklingen
Dr. A. Schäfer, 66793 Saarwellingen SKS Stahl- und Metallverarbeitungs GmbH, 66773 Schwalbach
Ela Teck, 66679 Losheim Stadtwerke Dillingen, 66763 Dillingen
Eurotec Automation, 66663 Merzig Stadtwerke Saarlouis, 66740 Saarlouis
Firma Koch Transportechnik GmbH, 66787 Wadgassen Stahlwerk Bous, 66359 Bous
Firma Mavor, 66793 Saarwellingen Steiniger Kunst am Bau, 66780 Rehlingen-Siersburg
Gebrüder Arweiler KG, 66763 Dillingen Techn. Werke Ensdorf, 66806 Ensdorf
Hirtz Maschinenbau GmbH, 66780 Fremersdorf Utrans, 66806 Ensdorf
HP Helmut Pelzer (Saar) GmbH, 66793 Saarwellingen V & H Deutschland GmbH Bous, 66359 Bous
Johnson Controls Headlinger GmbH, 66802 Überherrn VAW alucast GmbH, 66763 Dillingen
Klein GmbH Korrosinsschutz und Malerbetriebe, 66763 Dillingen Verzinkerei Becker, 66740 Saarlouis
Koch-Transporttechnik GmbH Wadgassen, 66787 Wadgassen  
Ludwig Scheid AG, Zusatzstoffe, Gewürze, 66802 Überherrn  

 

Einschulung

Die Einschulung erfolgt am ersten Schultag nach den Sommerferien um 08:00 Uhr. Im Foyer unserer Schule wird Ihnen der Klassenraum angezeigt, in dem die Einschulung Ihres Ausbildungsberufes erfolgt. Neben Ihren persönlichen Daten benötigen wir für die Anmeldung den genauen Namen Ihres Ausbildungsbetriebes mit vollständiger Adresse, Telefon- und Telefax-Nummer, evtl. auch E-Mail und Homepage sowie den Namen Ihres Ausbilders im Betrieb.